Ein Schulprojekt an der FGTS und Gemeinschaftsschule Sonnenhügel, Völklingen (Juni - Oktober 2018)

Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie dem Regionalverband Saarbrücken im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben!

Das in drei Teile mit einem Umfang von jeweils 10 Stunden gegliederte Schulprojekt fand in der Zeit von Juni bis Oktober 2018 an der Gemeinschaftsschule Sonnenhügel in Völklingen statt. Es wurde von Agatha Lallemand, Vorstandsmitglied von Ramesch - Forum für interkulturelle Begegnung e.V., konzipiert und geleitet. Die Umsetzung erfolgte durch die Workshopleiter Shilpa Valia-Wendland, Nouri Jaafar und Miguel Bejarano Bolivar. Ausgehend vom Art. 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland verfolgten alle Workshops das Ziel, die sozio- und interkulturelle Offenheit der Schüler_innen zu fördern sowie das Bewusstsein für die Gleichwertigkeit aller Menschen zu schärfen. So wurden Schlüsselqualifikationen zum Umgang mit Stereotypen, Vorurteilen und Diskriminierung interaktiv vermittelt. Eine aktive Auseinandersetzung mit verschiedenen Wertvorstellungen war dabei unabdingbar. Darüber hinaus bot das Projekt den Schüler_innen viel Raum für Kreativität und interkulturelle Offenheit.

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Den ersten Teil des Projektes bildete der Workshop "Zusammenhalt in einer Welt voller Vielfalt und Individualität". Dieser richtete sich an 18 Schüler_innen der 5. und 6. Klasse (FGTS) mit sehr unterschiedlicher Herkunft. Workshopleiter war der aus Syrien stammende Künstler Nouri Jaafar. Zur Umsetzung der Ziele lag der Schwerpunkt der Vermittlung auf der bildnerischen Gestaltung. Der kreativ-spielerische Ansatz umfasste interessante Themen wie "Der Name - ein Gemälde aus individuellen Schriftzeichen", "Der Garten als Metapher für Vielfalt" oder "Die Welt lacht". Am Ende entstanden farbenfrohe "Weltbilder", die deutlich die Verbundenheit der Kinder nicht nur untereinander, sondern mit den Kindern der ganzen Welt zeigten und an die Gleichheit der Menschen erinnerten. Das zum Workshop gestaltete Plakat spiegelt in leuchtenden Farben treffend unser Anliegen von Offenheit und Vielfalt in der Gemeinschaft wieder. Der Workshop wurde von den Kindern begeistert aufgenommen. Sie erwarteten den Workshopleiter jedes Mal voller Freude und Ungeduld mit den Worten "Der Künstler kommt".

ShilpaDer zweite Workshop mit dem Titel "Ob Mann, ob Frau, ob schwarz, ob weiß: Was macht uns gleich?" fand in zwei Achterklassen mit je 28 Schüler_innen statt. Die Stundenzahl umfasste für beide Klassen jeweils 5 Unterrichtsstunden. Den Workshop leitete Shilpa Valia-Wendland aus Indien. Ziel war es, das Verständnis der Schüler_innen für Gleichheit und Gleichberechtigung aller Menschen zu wecken und zu stärken. Diskriminierungen und ihre Folgen zu erkennen sowie Benachteiligungen aufzudecken. Die Einbeziehung interaktiver Übungen in Anlehnung an Augusto Boals Theater der Unterdrückten erleichterte den Zugang zur theoretischen Ebene der Vermittlung. So konnten sich die Schüler_innen mühelos in die Problematik hineinversetzen und Lösungsansätze gegen Ungleichheit und Ausgrenzung finden. Einen Schwerpunkt bildete dabei der Umgang mit Geschlechterdifferenzierung und Identität, auch im Vergleich mit einem so vielfältigen Land wie Indien. Den Abschluss des Workshops bildete die gebastelte Friedenskette als Symbol gegen Unterdrückung und Gewalt.

MiguelAus den zwei Achterklassen entstand für den letzten Workshop "Spot an: Ich gehöre auch dazu!" eine eigene Gruppe aus 14 Schüler_innen, die von dem Schauspieler und Tänzer Miguel Bejarano Bolivar aus Kolumbien geleitet wurde. Die Gruppe beschäftigte sich an zwei Vormittagen über das Medium Tanztheater mit den Inhalten des Art. 3 GG. Somit diente der Workshop der Weiterführung und Vertiefung der Arbeit zum Gesamtthema: "Gemeinsam sind wir stark! Gegen Diskriminierung und Ausgrenzung". Mit den Elementen von Theatersport und Tanztheater erforschten die Schüler_innen kreativ die Bedeutung der Begriffe wie Stereotypen, Klischees, Vorurteile und Diskriminierung. So nahm die Körperarbeit einen breiten Raum ein, um die Schüler_innen für die Improvisationsarbeit vorzubereiten. Auch Stimmübungen gehörten zum Training. Am Ende wurden mit viel Spielfreude Szenen über Benachteiligungen im Alltag der Schüler_innen mit den Techniken des Fotoromans, des Werbespots und des Sketchs aufgeführt.

Das Projekt endete erfolgreich mit zwei festlichen Veranstaltungen mit vielseitigem Programm, das auch die besonderen Leistungen der Schüler_innen würdigte.

Unser Dank gilt allen Mitwirkenden; für die finanzielle Unterstützung bedanken wir uns bei Demokratie leben! und dem Regionalverband Saarbrücken, für die Umsetzung des Projekts bei den Workshopleitern, für die Mitarbeit bei der FGTS und Gemeinschaftsschule Sonnenhügel und bei den Schüler_innen für ihren großartigen Einsatz und ihr Engagement.

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Einladung zum Völklinger Nachbarschaftsfest

wir von Ramesch e.V., der Integrationsbeirat der Stadt Völklingen und AWO-Stadtteilbüro/VK-Wehrden organisieren gemeinsam am 8. Dezember 2018 um 15 Uhr in der Kulturhalle das 1. Völklinger Nachbarschaftsfest. Jede(r) ist herzlich willkommen!

 

Spenden und der Erlös von Essen sowie Getränken gehen an schwerstkranke Kinder!


 

LIVE: Beyond Borders Band

Beyond Borders Band: LIVE Contemporary Oriental Jazz Konzert
So. 11.11.2018, 20.00 – 22.00 Uhr

logobreite63   Breite Str. 63, 66115 Saarbrücken

Tickets an der Abendkasse: 10€ (Vorverkauf 8€ via Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Am 11.11.2018 um 20 Uhr laden wir von Ramesch zum LIVE Oriental Jazz Konzert mit Beyond Borders Band in die BREITE63 ein.

PlakatGrenzen zu überwinden erfordert Mut, Kreativität und Offenheit für neue Gestaltung. Die vier Musiker der Beyond Borders Band vereinen diese Eigenschaften und gehen so über kulturelle Barrieren hinaus, setzen sich über geographische Widerstände und gesellschaftliche Stereotypen hinweg.

Ergebnis ist ihre Musik, in der sie die arabische und die westlich-europäische Welt verbinden. Es entsteht ein sinnlich-anspruchsvolles, mitreißendes Ganzes, in dem das Verschiedene aus Orient und Okzident auf einzigartige Weise Eins wird.

Von Oktober 2018 bis Februar 2019 wird das neue Album „It just happens“ im Rahmen einer groß angelegten Release Tour durch Deutschland, die Schweiz und Tunesien veröffentlicht.

Fadhel Boubaker – Oud
Niko Seibold – Saxophon 

 

 

 

 

  

 

 

 


Masud ist "Fucking Famous"

Freitag. 16.11.2018, 20.00 – 22.00 Uhr

Saarbrücker Schlosskeller, Schloßstr. 1-15, 66119 Saarbrücken

Tickets an der Abendkasse: 15€ (Vorverkauf 12€ via Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Am 16.11.2018 um 20 Uhr laden wir von Ramesch e.V. zum Kabarettabend mit Masud Akbarzadeh in den Schlosskeller ein. Er war nie weg - aber jetzt ist er zurück! Mit einem brandneuen Solo, dem er spontan den ausgesprochen subtilen Titel "Fucking Famous" gegeben hat. Auch wenn Viele es immer noch nicht wissen: Masud ist berühmt. In der Hoffnung, dass sich dies endlich mal rumspricht, hat er es bislang bei jedem einzelnen seiner Auftritte explizit erwähnt. Ein Hinweis, den er sich nun glücklicherweise sparen kann.

Masud PlakatDer junge Mann mit dem unaussprechlichen Nachnamen hat sogar eine Agentur ("...richtig krasse Bastarde!"). Und bezahlte Auftritte. Dennoch: Auch nach hunderten Live-Shows und ungezählten TVAuftritten, von denen er die meisten aus Bescheidenheitsgründen absolviert hat, bleibt der Single aus Berlin irgendwie mysteriös: Ein kleiner Junge im Körper eines erwachsenen, sexy Models...

Dem Vernehmen nach war Masud, der je nach Nachrichtenlage entweder persischer oder iranischer Herkunft zu sein behauptet, sogar mal Flüchtling. Jetzt ist er Comedian. Wobei er - Hand auf's Herz - die ganze Comedy-Scheiße nur macht, um Frauen kennenzulernen. Und weil er für alles andere einfach zu faul ist.

Auch wenn die Leute das immer von ihm erwarten und er sie nicht enttäuschen möchte: Masud ist kein Moslem, gehört zu denen, die im Restaurant Spaghetti bestellen und verabscheut Aufmerksamkeit auch in seinem Privatleben: "Hängt also nicht mit mir ab, Leute. Es ist crazy!" Was vordergründig wie eine Warnung klingt, ist in Wirklichkeit eine Einladung. Zu "Fucking Famous" - einem abenteuerlichen Ritt durch die Absurdität des Alltäglichen. Messerscharf beobachtet und brutal ehrlich.

Alles über Masud finden Sie auch unter masud-comedy.com, facebook.com/persianfreak, instagram.com/masudakbarzadeh und youtube.com/user/persianfreak/feed

Masud bei Nuhr im Ersten: https://www.youtube.com/watch?v=B9BhPoxp6Cg

 


Rechte Christen in der Mitte der Gesellschaft?

Veranstaltungsbericht. Kooperation mit der SDS Stiftung Demokratie Saarland.
Vortrag von Dr. Liane Bednarz: „Rechte Christen in der Mitte der Gesellschaft?“
Mi. 10.10.2018, 19.00 – 21.00 Uhr

Es war ein spannender und informativer Abend mit Liane Bednarz in der Stiftung Demokratie Saarland – so viel stand nach dem zweistündigen Programm für alle Anwesenden fest. Gekonnt erläuterte die promovierte Juristin und Publizistin die vielschichtigen Entwicklungen und Strömungen innerhalb der rechts-konservativen Christen und ihre Verbindungen mit Gruppierungen wie PEGIDA und der AfD. Sie baute ihren Vortrag auf den umfangreichen Recherchen auf, welche auch in ihrem aktuellen Buch „Die Angstprediger – wie rechte Christen Gesellschaft und Kirchen unterwandern“ Verwendung fanden.
Nach den Grußworten vom Präsidenten von Ramesch Hr. Mohamed Maiga folgte eine kurze Vorstellung der Referentin und ihrer Arbeit im Kontext der Forschung von Fr. PD Dr. Ulrike Stölting von der Universität des Saarlandes. Daran anknüpfend stieg Fr. Dr. Bednarz direkt in ihr Themenfeld ein.

43878988 1181174275353652 900351992805720064 nGegliedert war der Vortrag in drei große Blöcke. Begonnen wurde mit der Suche nach den historischen Wurzeln und der Frage: „Wie aus konservativer Frömmigkeit ein Denken in Feindbildern wurde?“. Daran anschließend wurden diese Feindbilder und die mit ihnen verknüpften Themen skizziert und die prominentesten Akteure dieser Denkrichtung benannt. Abschließend legte man das Augenmerk auf mögliche Gegenstrategien gegenüber den vorher gehörten Stereotypen und Feindbilder. Hier wurde neben der allgemeinen Grundhaltung, dem aktiven Diskutieren mit den Vertretern der rechts-konservativen Christen, auch mögliche argumentative Strategien für die Auseinandersetzung vermittelt.
Die abschließende Diskussion mit Fragen aus dem Publikum wurde von Frau Dr. Stölting moderiert. Die Fragen der Anwesenden deckten ein breites Spektrum ab – beginnend von Benennung und Abgrenzung eigener Standpunkte bis hin zu strukturellen Kritiken an Parteien wie der AfD, aber auch am System der Kirchen.

 



Hintergrund

PEGIDA-Bewegung und der Einzug der AfD in den Bundestag haben Stil und Inhalt der politischen Auseinandersetzung verändert: Statt um die sachliche Verhandlung von Interessen geht es zunehmend um den Ausschluss Anderer aus der gesellschaftlichen Teilhabe und der gemeinsamen Identität. Die politische Arena wird zum Kampfplatz, und viele fühlen sich ermutigt, diesen Kampf auch auf die Straßen zu tragen.

In ihrem Buch „Die Angstprediger – Wie rechte Christen Gesellschaft und Kirche unterwandern“ macht sich Liane Bednarz auf eine Spurensuche dieser Verschiebungen im Raum der Kirchen und zeigt auf, wie die antimodernistischen, antiislamischen und antifeministischen Gedankenwelten der neuen Rechten hier auf einen fruchtbaren Boden fallen. Denn angesichts zunehmender Individualisierung, Pluralisierung und kleiner werdender kirchlicher Gemeinschaften fühlen sich viele Christen von Beschwörungen des Widerstands gegen einen vermeintlichen kulturellen Verfall angezogen. Bednarz zeigt die wichtigsten Strömungen und Akteure der neuen rechten Christen sowie die Schnittmengen zur rechten Blogger- und Politszene auf und stellt die Frage, wie wir insgesamt als Gesellschaft mit der Herausforderung der neuen Rechten umgehen. Die Veranstaltung wird moderiert von PD Dr. Ulrike Stölting vom Lehrstuhl für Katholische Theologie an der Universität Saarbrücken.

 

 Foto

 

Dr. Liane Bednarz ist Publizistin und promovierte Juristin mit dem Schwerpunkt Neue Rechte, Populismus und religiöse Bewegungen. Sie unterhält eine monatliche Kolumne bei Tagesspiegel Causa. Im Frühjahr 2018 erschien im Droemer-Verlag ihr neuestes Buch „Die Angstprediger – Wie rechte Christen Gesellschaft und Kirchen unterwandern“.

 

 


 

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