Integrationsmedium Sport

Grußwort der Ministerin für Inneres, Familie, Frauen und Sport des Saarlands

Die Integration zugewanderter Menschen ist in den letzten Jahren zu einem zentralen innenpolitischen Thema geworden, und ich freue mich, dass bundesweit ein Regelungs- und Gestaltungsprozess in Gang gekommen ist, der neben einer verstärkten Planung und Steuerung der Integration vor allem darauf zielt, zentrale Integrationsdefizite, Potentiale und Kompetenzen zu identifizieren und für die jeweiligen Handlungsfelder der Integration, konkrete Lösungen und zugleich Kriterien für deren Evaluierung zu entwickeln.

Zu den besonderen Handlungsfeldern der Integration gehört ohne Zweifel der Sport.

 

Der Sport hat aufgrund seiner zahlreichen gemeinwohlorientierten Funktionen eine hohe gesellschaftspolitische Bedeutung. Insbesondere für zugewanderte Menschen aus anderen Ländern und Kulturen ist seine Integrationskraft ein wesentlicher Aspekt. Gerade im Sport gelten universelle Regeln. Es ist die Vielzahl von kulturübergreifenden Gemeinsamkeiten, die ihn zu einer attraktiven Begegnungsstätte, zu einem Ort der Verständigung und somit zu einem zentralen „Integrationsmedium“ werden lassen. Sport vermittelt Werte wie Teamarbeit und Solidarität, Fairness und Toleranz. Er eröffnet Chancen der Selbstverwirklichung und der Identitätsfindung, vermittelt und erhöht motorische und soziale Kompetenz.

Diese Potentiale des Sports müssen hinsichtlich seiner integrativen Funktion für zugewanderte Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen in verstärktem Maße gesehen, erschlossen und genutzt werden.  

Sport wird vor allem in unseren Vereinen betrieben. Wir können im Saarland stolz darauf sein, dass wir mit 2.200 Sportvereinen und nahezu 420.000 Mitgliedschaften über die höchste Organisationsdichte in Deutschland verfügen.

Untersuchungen und langjährige Projekte belegen, dass trotz gezielter Anstrengungen und verbuchter Erfolge der letzten Jahre, zugewanderte Menschen in den organisierten Sport zu integrieren, noch deutliche Zugangsprobleme zu verzeichnen sind.

Die Gründe hierfür sind sehr vielschichtig. Sie müssen genau analysiert und differenziert betrachtet werden.

Ein besonderes Augenmerk möchte ich hierbei auf die Teilhabe von Frauen und Mädchen legen. Wir wissen, dass das Interesse dieser Gruppe, Sport zu treiben, bei weitem höher ist als die tatsächlichen Teilnehmerzahlen belegen. Hier sehe ich einen deutlichen Handlungsbedarf.

Das Thema „Integration und Sport“ wollen wir im Jahre 2007 besonders diskutieren und bearbeiten. Wir werden in einer Vielzahl von Veranstaltungen Erfolge, Entwicklungen und Fortschritte aufzeigen, Initiativen und Modelle darstellen, wissenschaftliche Untersuchungen vorstellen, mit Vertretern von Verbänden und Vereinen und insbesondere den Betroffenen Probleme und Lösungsansätze erörtern. Wir werden aber auch Gelegenheit haben, Sport in Aktion zu sehen, in seiner Vielfalt, Begeisterung und Lebendigkeit.

Sport und Integration gehören zusammen. Für beide Bereiche wollen wir werben. 

Ich freue mich, dass wir in diesem Jahr auch mit dem Verein Ramesch e.V. einige gemeinsame Veranstaltungen zu dem Thema „In Bewegung: Sport und Integration“ durchführen werden und sich insbesondere auch der Landessportverband für das Saarland als verlässlicher Kooperationspartner einbringt.

Das Veranstaltungsprogramm stellt das Thema in seinen unterschiedlichen Facetten eindrucksvoll dar und wird sicherlich seine Wirkung in der Öffentlichkeit nicht verfehlen. 

Ich danke den Verantwortlichen von Ramesch für diesen wichtigen integrationspolitischen Beitrag, erhoffe mir einen regen Zuspruch, interessante Diskussionen, Anregungen und verwertbare Ergebnisse.

Annegret Kramp-Karrenbauer

Ministerin für Inneres, Familie, Frauen und Sport des Saarlands