Gleich, aber anders
Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in der Medizin

Vorträge/ Gesprächsrunde am

Samstag, 13. November 2010, 10.00 Uhr

Regionalverband Saarbrücken –
Saarbrücker Schloss (Festsaal)

Etwa ein Drittel der Kinder und Jugendlichen in der Bundesrepublik Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für das deutsche Gesundheitssystem? Zusammen mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ), dem Regionalverband Saarbrücken und dem Integrationsbeirat der Landeshauptstadt Saarbrücken bot Ramesch – Forum für Interkulturelle Begegnung e.V. mit der Veranstaltung „Gleich, aber anders. Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in der Medizin“ Gelegenheit dieser und einigen anderen wichtigen Fragen nachzugehen. Über neunzig Teilnehmer/innen erschienen zu den Vorträgen und der anschließenden Gesprächsrunde, die am Samstag, 13. November 2010 im Festsaal des Saarbrücker Schlosses stattfanden.

Die Gäste wurden von Frau Ikbal Berber, Präsidentin von Ramesch e.V. herzlich willkommen geheißen. Bevor sie das Wort an Herrn Peter Gillo, den Direktor des Regionalverbands Saarbrücken übergab, äußerte sie die Hoffnung, die Gäste auch bei zukünftigen Veranstaltungen von Ramesch wiederzusehen.

Film mit Gesprächsrunde „Swetlana“

Donnerstag, 25. November 2010, 19.00 Uhr

Kino achteinhalb, Nauwieserstraße 19, Saarbrücken

Der Verein Ramesch – Forum für Interkulturelle Begegnung e.V. präsentierte im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe „Gesundheit und Migration“ in Zusammenarbeit mit dem Kino achteinhalb den Film „Swetlana“.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Frau Dr. Soraya Moket, Geschäftsführerin des Vereins Ramesch, die Besucher/innen und stellte Ramesch – Forum für Interkulturelle Begegnung kurz vor sowie das Vorhaben der Veranstaltungsreihe „Gesundheit und Migration“.

Der Film handelt von der Suche nach Identität und des Erwachsenwerdens einer jungen Frau.

Die 16-jährige Swetlana kam vor zwei Jahren mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder aus Kasachstan nach Duisburg. Für die Eltern war dies die langersehnte Ausreise als russlanddeutsche Aussiedler nach Deutschland. Doch auch hier ist das Leben nicht einfach. Während die Familie in Russland als „Faschisten“ beschimpft wurde, ruft man ihnen in Deutschland „Russkis“ nach.

Psychosoziale Gesundheit und Migration

Vortrag und Gesprächsrunde am 24.06.2010
19.00 Uhr in den SHG-Kliniken in Völklingen

Manchmal reicht es nicht, eine Sprache zu beherrschen, um sich verständlich zu machen: Klagt ein Iraner vor einem Arzt, seine "Leber sei zerstückelt", spricht er nicht von einem körperlichen Leiden, sondern spricht von innerer Zerrissenheit. Der "erkältete Kopf" aus dem Mund eines türkischen Patienten soll ausdrücken, dass er glaubt, den Verstand zu verlieren. Das Gefühl der Sprachlosigkeit ist eine Erfahrung, die viele Einwanderer in Deutschland machten, vor allem, wenn es um psychische Probleme geht. Dies ist nur eines der Probleme die Murat Ozankan, Oberarzt und Leiter der Migrantenambulanz der LVR-Klinik Langenfeld, bei seinem Vortrag in den SHG-Kliniken in Völklingen ansprach.

Migration bringt für die betroffenen Personen, ihre Familien, die Herkunfts- aber auch die Einwanderungsländer einschneidende Veränderungen mit sich. Die Lebensgeschichte und Hintergründe dieser Menschen sind derart heterogen, dass keineswegs von einer gemeinsamen Erfahrung oder einem vergleichbaren Prozess bei dem Wechsel in das neue kulturelle Umfeld ausgegangen werden kann.

"In Deutschland alt zu werden, war ursprünglich nicht Teil der Lebensplanung der Mehrheit älterer Migranten", so Murat Ozankan. Der Lebensabend sollte im Herkunftsland verbracht werden, nachdem man sich mit den im Ausland erwirtschafteten finanziellen Mitteln die dortige Existenz gesichert hatte. Der Aufenthalt in Deutschland sei als Provisorium geplant gewesen, entsprechend wurde das Leben gestaltet. Im Alter müssten viele Migranten jedoch feststellen, dass ihre Kinder und Enkelkinder ihr Sozialverhalten und ihre Lebensentwürfe an der deutschen Gesellschaft orientieren und keine Rückkehrabsichten hätten.

Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse 2010

30. Mai bis 02. Juni 2010

Saarbrücker Schloss des Regionalverbands Saarbrücken

Einen Höhepunkt des literarischen Jahres bildet die jährlich stattfindende Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse in Saarbrücken, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiert. Die Messe präsentiert und informiert umfassend über Neuerscheinungen internationaler Verlage sowie aktuelle und innovative Trends auf dem deutschsprachigen und europäischen Jugendbuchmarkt. Spannend gestaltet sie sich zudem durch den direkten Kontakt zu Autoren, Illustratoren und Comiczeichnern.

Die nachhaltige Förderung der Lesemotivation und insbesondere der Lesekompetenz ist ebenfalls ein wichtiges Ziel von Ramesch e.V. Daher stellte der Verein als Partner der Europäischen Kinder- und Jugendbuchmesse Saarbrücken auch in diesem Jahr Literatur gezielt zum Thema des interkulturellen Lernens sowie bilinguale Bücher vor.

Ramesch präsentierte auch noch zwei weitere Höhepunkte: die Lesung "Märchen erzählen und Märchen spielen" mit Ibou Ibrahima Ndiaye und eine musikalische Lesung "umweht, umbraust, zerzaust von Luft" die von Dédé Mazietele, Workshopleiter bei Ramesch, begleitet wurde und von Schauspieler Volker Girbig erzählt wurde.

Auftaktveranstaltung

Thema: „Gesundheit und Migration“

Donnerstag, 22.04.2010, 19.00 Uhr
Landtag des Saarlandes
Franz-Josef-Röder-Str. 7, 66119 Saarbrücken

Ramesch – Forum für Interkulturelle Begegnung e.V. eröffnete am Donnerstag, den 22. April 2010, um 19 Uhr im Landtag des Saarlandes feierlich die Veranstaltungsreihe 2010 zum Thema „Gesundheit und Migration“, mit der der Verein auf verschiedene Aspekte kultureller Vielfalt im deutschen Gesundheitswesen aufmerksam machen wollte.

Etwa 120 Besucherinnen und Besucher fanden sich zu der informativen und unterhaltsamen Veranstaltung im Landtag des Saarlandes ein.

Zu Beginn boten Simona Petuchovaite und Çağlar Taşçi, die beide an der Hochschule für Musik Saar studieren, Kostproben ihres musikalischen Könnens. Im Verlauf des Abends erfreuten die beiden Musiker auf ihren Streichinstrumenten die Gäste noch mehrfach mit klassischen Stücken.

Danach begrüßte Frau Ikbal Berber, Präsidentin von Ramesch e.V., die Gäste, bedankte sich namentlich bei Georg Weisweiler (Minister für Gesundheit und Verbraucherschutz des Saarlandes), Klaus Kunz (Ministerium für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport, Referatsleiter für den Bereich Integration), den einzelnen Vertretern der Fraktionen im Landtag des Saarlandes, den Mitgliedern des Saarländischen Integrationsrates (SIR), den Vorstandsmitgliedern und ehrenamtlichen Mitgliedern von Ramesch e.V., den beiden Referenten Dr. Yasar Bilgin und Herrn Ramazan Salman, den zahlreichen Vertretern verschiedener Institutionen und Vereine aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Integration und Gesundheit und den Ausstellern, die mit Informationsständen vertreten waren.