Theaterstück „Fluchtwege“ von Nick Wood im Rahmen der 15. Europäischen Kinder- und Jugendbuchmesse.

Samstag, 23. Mai 2015, 12 - 13 Uhr
im Schlosskeller des Regionalverbandes Saarbrücken
66119 Saarbrücken

In Kooperation mit dem Theater Überzwerg veranstaltete Ramesch im Rahmen der 15. Europäischen Kinder- und Jugendbuchmesse ein Theaterstück, das die Erfahrungen junger Kriegsflüchtlinge im Spannungsfeld zwischen traumatischen Erlebnissen, Heimweh und Neuanfang in einem fremden Land thematisiert und so gut zu unserer Veranstaltungsreihe "Flucht, Vertreibung, Heimatlosigkeit" passte. Regie führte Frank Engelhardt; für das Bühnenbild zeichnete sich Dorota Wünsch verantwortlich. In den Rollen Riva und Andrea waren Nicolas Bertholet und Eva Coenen zu sehen

Riva und ihr Bruder Andrea sind aus ihrem Heimatland geflohen. Dort herrschen Unterdrückung und Krieg. Der Vater wurde vor ihren Augen getötet. Zusammen mit ihrer Mutter sind sie nun in Deutschland und beantragen Asyl. Hier ist erstmal alles fremd. Nichts ist da, woran sich die beiden festhalten können, außer an ihren Spielzeugen von früher: Riva trägt immer eine Puppe bei sich, Andrea seinen Fußball. Rückblickend erzählen sie von ihrer Sehnsucht nach Zuhause, von ihren Träumen und wie sie gelernt haben, mit der Trauer um ihren Vater umzugehen. Es zeigt sich, dass es auch nicht leicht ist, in der Fremde Freundschaft zu schließen und die neue Sprache zu lernen. So stehen sie an einem Neuanfang, dem sie mutig, neugierig und ein bisschen ängstlich entgegensehen.

 

Das temporeiche Stück nutzt den Wechsel von Darstellung in Spiel und Erzählung sehr geschickt und ermöglicht den Schauspielern in fließenden Übergängen den Wechsel in zahlreiche Rollen.

 

Das anspruchsvolle Stück stieß auf eine sehr positive Resonanz. Die Besucher zeigten sich beeindruckt von der einfühlsamen und wandlungsfähigen Darbietung der beiden Schauspieler und dem informativen Charakter der Inszenierung. Die älteren Kinder und Jugendlichen folgten konzentriert dem Geschehen. Die Schauspieler erhielten wohlverdienten Applaus.

 

 

Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse e.V.

Theater Überzwerg

Ramesch – Forum für Interkulturelle Begegnung e.V.

15. Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse
Ramesch-Stand

Donnerstag, 21. Mai 2015 – Sonntag, 24. Mai 2015
im Saarbrücker Schloss, Regionalverband Saarbrücken
66119 Saarbrücken

Vom 21. bis 24. Mai fand zum 15. Mal die Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse in und um das Saarbrücker Schloss statt. Auch dieses Jahr bildete die Messe einen Höhepunkt im literarischen Leben im Saarland. Sie überzeugt insbesondere durch ihren einmaligen Charakter und dem damit in Verbindung stehenden grenzenlosen Charme. Zum Erfolg der Buchmesse trugen dieses Jahr 41 Verlagshäuser und Autoren aus 22 Ländern, welche insgesamt 127 Veranstaltungen organisierten, maßgeblich bei.

Auf der Buchmesse wurden nicht nur Neuerscheinungen internationaler Verlage präsentiert, sondern auch über aktuelle und innovative Trends auf dem deutschsprachigen und europäischen Kinder- und Jugendbuchmarkt informiert. Zu den Highlights der Messe zählt der direkte Kontakt von Messebesuchern zu den zahlreichen Autoren, Illustratoren und Comiczeichnern.

So lebt die Messe von der engen Verzahnung der Besucher und der teilnehmenden Fachwelt, wodurch sie sich besonders für Besucher eignet, die sich eine persönliche Begegnung mit Autoren wünschen. Im Jahr 2015 fand die Messe unter dem Motto „Kunterbunte Welt“ statt.

Auch im Jahr 2015 war Ramesch, als Partner der Europäischen Kinder- und Jugendbuchmesse Saarbrücken, mit einem Stand auf der Messe vertreten, da die nachhaltige Förderung der Lesemotivation und der Lesekompetenz, insbesondere bei Kindern mit Migrationshintergrund, ein wichtiges Ziel des Vereins ist. Deshalb wurden gezielt bilinguale Bücher und Bücher zum Thema interkulturelles Lernen vorgestellt. Im Rahmen der Buchmesse bot Ramesch insgesamt einige Projekte mit dem Schwerpunkt Interkulturalität an. Neben dem Fest der Kulturen als Abschlussfest der Messe und dem Theaterstück „Fluchtwege“ initiierte Ramesch folgende Projekte: Lesen interkulturell; interkulturelle Themenkoffer und eine Rucksackbibliothek.

Am Stand von Ramesch standen auf diese Weise unterschiedliche Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit Interkulturalität zur Verfügung. So boten die interkulturellen Themenkoffer umfangreiches und anschauliches Unterrichtsmaterial zur Gestaltung von interkulturellen Lehrinhalten an. Die Rucksackbibliothek stellte verschiedene vorsortierte Buchpakete zu einer Vielzahl an unterschiedlichen Themen bereit.

 

Veranstalter: Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse e.V.

Teilnahme verschiedener Kooperationspartner, u. a. Ramesch – Forum für Interkulturelle Begegnung e.V.

Auftakt

Auftaktveranstaltung zur Veranstaltungsreihe „Flucht – Vertreibung – Heimatlosigkeit“: Flucht – ein Menschenrecht
Donnerstag, 30. April 2015, 19 Uhr
im Landtag des Saarlandes

Im voll besetzten großen Saal des Landtages eröffnete Mohamed Maiga, Präsident von Ramesch, die diesjährige Veranstaltungsreihe zum Schwerpunkt „Flucht“. Er dankte der bisherigen Präsidentin, Frau Ikbal Berber, für ihren Einsatz und ihr persönliches Engagement in den letzten 10 Jahren. Er verwies darauf, dass es Rassismus und Vorurteile gegenüber Flüchtlingen selbst dort gebe, wo man es nicht vermuten würde. Aus Südafrika, einem Land, das massive Menschenrechtsverletzungen aufgrund der Apartheidpolitik durchlitten habe, würden gegenwärtig Angriffe auf Flüchtlinge gemeldet werden. Hier im Saarland bedankte er sich bei allen, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge einsetzten und forderte eine bessere Vernetzung der Arbeit.

Die Auftaktveranstaltung fand in Kooperation mit dem Verein Netzwerk für Entwicklungspolitik Saarland - NES statt und den im Landtag vertretenen Fraktionen.

Die Geschäftsführerin des Netzwerk Entwicklungspolitik, Ulrike Dausend, beklagte in ihrem Grußwort, dass es keine legalen Wege nach Europa gebe. Die Hürden für Flüchtlinge seien zu hoch, da es institutionelle Abwehrmechanismen in Europa gebe. In dem Phänomen der Pegida-Demonstrationen seien die geistigen Abwehrmechanismen konkretisiert. Das langfristige Ziel müsse ein menschenwürdiges Dasein auch für die nach Europa geflüchteten Menschen sein. Im Europäischen Jahr für Entwicklung, das 2015 im Mittelpunkt stehe, heiße das Motto „Unsere Welt, unsere Würde,  unsere Zukunft“. Man wolle dazu beitragen, die oftmals komplexen Zusammenhänge zu verstehen.

Kabarett

Die Trockenblumen

Freitag, 21. November 2014, 20.00 Uhr
Schlosskeller im Regionalverband Saarbrücken,
Schlossplatz, 66119 Saarbrücken

Zu einem deutsch-türkischen Kabarettabend lud der Verein Ramesch – Forum für Interkulturelle Begegnung in Kooperation mit dem Frauenbüro der Landeshauptstadt und des Regionalverbandes Saarbrücken in den Schlosskeller ein. Frau Ikbal Berber, die Präsidentin des Vereins freute sich in ihrem Grußwort darüber, dass mit der Schauspielerin Lilay Huser und der Sängerin und Autorin Marcia Golgowsky erstmals Anekdoten aus dem türkisch-deutschen Leben aus Sicht einer Frau der ersten Einwanderergeneration und ihrer deutschen Altersgenossin erzählt werden.

Film

„Das Mädchen Wadjda“
von Haifaa Al Mansour
Erster Film aus Saudi-Arabien, 2012

Dienstag, 28. Oktober 2014, 18.00 Uhr
Kino 8 ½, Nauwieserstraße 19, 66111 Saarbrücken

Auf sehr große Zustimmung fiel der Film „Das Mädchen Wadjda“, der erste Film aus Saudi-Arabien und zudem noch von einer Frau gedreht. Im voll besetzten Saal des Kinos 8 ½ genossen die Zuschauerinnen und Zuschauer einen ersten Film, der aber leicht daherkam.

Saudi-Arabien ist ein verschlossenes Land. Der arabische Frühling ist dort ausgefallen, Demonstrationen wurden brutal niedergeschlagen. Die dort vorherrschende Auslegung des Islam gilt als besonders konservativ. Die feudalistische Herrscherfamilie beäugt Einflüsse von außen extrem argwöhnisch. Besonders die Rechte der Frauen sind stark eingeschränkt. Doch auch in dem Wüstenkönigreich ändert sich etwas. Ein gutes Beispiel ist der Spielfilm „Das Mädchen Wadjda“ – der erste überhaupt, der in Saudi-Arabien gedreht wurde und zwar von einer Frau.