Vorwort

„VIELFALT, DIE SICH NICHT ZUR EINHEIT ORDNET, IST VERWIRRUNG.
EINHEIT, DIE SICH NICHT IN
VIELFALT GLIEDERT, IST TYRANNEI.“ (Blaise Pascal)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde des Vereins, Gesellschaften unterliegen einem stetigen Wandel. Nur wenn wir uns auf die Veränderungen einlassen, können sie zu einer positiven Entwicklung beitragen.

Die Diversität bietet Potential zur individuellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung. Vielfalt und Offenheit sind daher unerlässliche Säulen einer lebendigen Gemeinschaft. Verschließt man sich dieser immensen progressiven Gestaltungskraft, riskiert man den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Der Umgang mit der pluralen Gesellschaft berührt unser tägliches Leben; den Herausforderungen des „Anderen“ müssen wir uns heute mehr denn je stellen. Entfernungen zwischen Ländern und Kontinenten schwinden durch erhöhte Mobilität und neue Kommunikationsformen. Tagtäglich treffen wir Menschen unterschiedlichster Kulturen, hören fremde Sprachen, kaufen fremdartige Früchte im Supermarkt und können eine Vielfalt an religiösen Ausdrucksformen beobachten.

Vielfalt und Offenheit spiegeln sich also in den verschiedensten Bereichen des Zusammenlebens wider, ob im wirtschaftlichen Kontext, wie der Siegeszug des „Diversity Management“ in Unternehmen belegt, oder auf politischer Ebene ausgedrückt im Motto der Europäischen Union „In Vielfalt geeint“.

Nichtsdestotrotz (oder gerade deshalb?) gibt es besorgniserregende Entwicklungen, insbesondere die rechtspopulistischen Tendenzen in ganz Europa wie auch jenseits des Atlantiks. Zahlreiche aktuelle Beispiele zeigen, dass es bitter nötig ist, die positiven Kräfte zu vereinen, um eine offene Gesellschaft zu erhalten: Denn die Akzeptanz und Wertschätzung der gesellschaftlichen Vielfalt scheint allerorten zu schwinden. Der neue US-Präsident Donald Trump verhängt ein pauschales Einreiseverbot gegenüber einigen muslimischen Ländern, in Frankreich werden Marine Le Pen Rekordzahlen bei der Präsidentschaftswahl vorausgesagt und Großbritannien entschied sich im vergangenen Jahr, aus der Europäischen Union auszuscheiden. Einer solch polarisierenden Entwicklung, die einen Keil zwischen Menschen treibt, gilt es Einhalt zu gebieten.

Es ist uns daher ein Anliegen, mit unserer diesjährigen Veranstaltungsreihe „Vielfalt und Offenheit – Säulen einer freien Gesellschaft“ demokratiefeindlichen Kräften zu begegnen und den politischen und gesellschaftlichen Zusammenhalt der Menschen in all ihrer Verschiedenheit zu stärken. Unser Ideal ist eine Gesellschaft, in der sich jeder ungeachtet der Nationalität, der Religion, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, der Kultur, des Alters oder der sozialen Herkunft frei entfalten kann.

„Vielfalt und Offenheit“ beinhaltet in der ersten Jahreshälfte unterschiedliche Veranstaltungen: Wir lernen über Vielfalt aus theoretischer und praktischer Sicht, und wir können teilhaben an persönlichen Geschichten über ein Leben in Vielfalt.

Wir zeigen, dass die Vielfalt der Gesellschaft großes Potential bietet: Wenn wir richtig damit umgehen, führen neue Impulse zu einer positiven Fortentwicklung, von der letztlich alle profitieren können.

 

Ich freue mich, Sie auf unseren Veranstaltungen begrüßen zu dürfen.

Mohamed Maiga, Präsident von Ramesch e.V.