Vorwort

„VIELFALT, DIE SICH NICHT ZUR EINHEIT ORDNET, IST VERWIRRUNG.
EINHEIT, DIE SICH NICHT IN
VIELFALT GLIEDERT, IST TYRANNEI.“ (Blaise Pascal)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde des Vereins, Gesellschaften unterliegen einem stetigen Wandel. Nur wenn wir uns auf die Veränderungen einlassen, können sie zu einer positiven Entwicklung beitragen.

Die Diversität bietet Potential zur individuellen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung. Vielfalt und Offenheit sind daher unerlässliche Säulen einer lebendigen Gemeinschaft. Verschließt man sich dieser immensen progressiven Gestaltungskraft, riskiert man den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Der Umgang mit der pluralen Gesellschaft berührt unser tägliches Leben; den Herausforderungen des „Anderen“ müssen wir uns heute mehr denn je stellen. Entfernungen zwischen Ländern und Kontinenten schwinden durch erhöhte Mobilität und neue Kommunikationsformen. Tagtäglich treffen wir Menschen unterschiedlichster Kulturen, hören fremde Sprachen, kaufen fremdartige Früchte im Supermarkt und können eine Vielfalt an religiösen Ausdrucksformen beobachten.

Auftaktveranstaltung
„GESELLSCHAFTLICHE VIELFALT: CHANCEN UND HERAUSFORDERUNGEN“
Freitag, 28. April 2017, 17.00 Uhr | IHK Saarland
Franz-Josef-Röder-Straße 9, 66119 Saarbrücken Der Eintritt ist frei

Migration als politische und soziale Bewegung ist kein neues Phänomen. Allerdings stellen die jüngsten Wanderungsbewegungen Deutschland und Europa vor neue Herausforderungen, was insbesondere am Aufstieg rechtspopulistischer und rechts- konservativer Parteien in Europa zu beobachten ist. Diese Tendenzen zeigen auch, dass einige Bevölkerungsteile sich bedroht und missverstanden fühlen. Sie lehnen das Fremde ab und halten es verantwortlich für gesellschaftliche Fehlentwicklungen. Deshalb wollen wir die Frage nach Entstehung und Erfolg von Populismus stellen. Weiter wollen wir über einen offenen Diskurs die gesellschaftliche Vielfalt verstärkt in die öffentliche Debatte einbringen. So werden einerseits Hintergründe für den Rechtsruck thematisiert und andererseits die Potentiale, die der Vielfalt bereits innewohnen, hervorgehoben.

Unternehmen sehen bereits das ökonomische Potential der Vielfalt: Der Diversity Ansatz bezeugt Offenheit für die unterschiedlichsten Menschen und Talente. Die Vielfalt wird aktiv gefördert, sodass eine offene Organisationskultur geschaffen wird. Das Unternehmen wird so für Mitarbeiter attraktiver und kann in einem globalisierten Arbeitsumfeld flexibel reagieren. Die Mitarbeiter fühlen sich in ihren individuellen Eigenschaften wertgeschätzt und sind motiviert, wovon letztlich alle profitieren.

Erzählcafé
„LEBEN IN UND MIT VIELFALT“
Donnerstag, den 08. Juni 2016, 18:30 Uhr
Festsaal im Rathaus St. Johann, Rathausplatz, 66111 Saarbrücken Der Eintritt ist frei

Leben in und mit Vielfalt – darüber erzählen Menschen, die in ihrem Alltag kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt auf unterschiedliche Art erfahren, sei es in der Familie, auf der Arbeit, in der Schule, an der Universität oder im Vereinsleben. Ein Kind, das in einer binationalen Familie aufgewachsen ist, lernt beide Kulturen von klein auf kennen und fühlt sich beiden verbunden. Solche Personen sind Wanderer zwischen den Kulturen und können in unserer pluralen Gesellschaft ihre praktisch erworbenen interkulturellen Kompetenzen zum Wohle aller in ihren unmittelbaren Lebenswelten einsetzen und zum Verständnis von Andersartigkeit beitragen. Gewissermaßen spiegelt sich hier im Kleinen, was sich auf gesellschaftlicher Ebene im Großen abspielt.

Selbstverständlich beinhaltet Vielfalt nicht nur eine reichhaltige kulturelle Landschaft, sondern umfasst vielmehr auch andere Lebensrealitäten, die das Dasein bestimmen. So erleben Menschen aufgrund ihrer körperlichen Beeinträchtigung den gewöhnlichen Tagesablauf oft völlig anders als die Mehrheit von uns. Sie können unseren Blick für Dinge öffnen, die uns sonst verborgen bleiben.

Filmabend
„LES SAUTEURS – THOSE WHO JUMP“ (DÄNEMARK 2016)
Donnerstag, 29. Juni 2017, 19:00 Uhr
Kino 8 ½, Nauwieserstraße 19, 66111 Saarbrücken
Eintritt: 6,- € / 4,- € (ermäßigt für Schüler, Studenten, Sozialcardinhaber

„Les Sauteurs – Those Who Jump“, ein Film von Moritz Siebert, Estephan Wagner und Abou Bakar Si- dibé, startete im November 2016

in den Kinos. Der Film thematisiert die Lage der Geflüchteten, die vor der spanischen Enklave Melilla den

Weg in die Festung Europa suchen. „Les Sauteurs“ gewann zahlreiche Preise, unter an- derem den Preis der Ökumenischen Jury Berlinale Forum 2016:

„LES SAUTEURS schildert das Flüchtlingsdrama aus einem völlig neuen Blickwinkel: Moritz Siebert und Estephan Wagner vertrauen die Kamera ihrem Co-Regissseur Abou Bakar Sidibé an, einem jungen Malinesen, der darauf hot, über die berüchtigten Zäune von Melilla nach Europa zu kommen. So zeichnen sie das intime Porträt einer Gemein- schaft unter extremen Lebensbedingungen“, so die Jury der Berlinale.

Als Sidibé die Filmemacher Siebert und Wagner trit, lebt er schon über ein Jahr im Flüchtlingscamp und hatte mehrmals versucht, die Grenzanlage zu überwinden. Er übernimmt die Kamera und filmt seinen Alltag und das zermürbende Warten auf den nächsten „Sprung“. Damit ist er zugleich Protagonist und Dokumentierender.

Politische Diskussion
"Vielfalt & Offenheit - Quo vadis Deutschland?"
Donnerstag, 24. August 2017, 18:00 Uhr
Arbeitskammer (Großer Saal),
Fritz-Dobisch-Straße 6, 66111 Saarbrücken

Sind Migranten in den Parteien angemessen vertreten? Doppelte Staatsbürgerschaft, ja oder nein? Und was sagt eigentlich das jeweilige Parteiprogramm über Vielfalt, Migration und Integration? Das und mehr diskutierten vier saarländische Bundestagskandidaten am 24. August im Großen Saal der Arbeitskammer in Saarbrücken. Ramesch e.V. hatte sie aus Anlass der bevorstehenden Bundestagswahl zur Podiumsdiskussion 'Vielfalt&Offenheit - Quo Vadis Deutschland?' eingeladen. Es debattierten die Stadträtin und Bundestagskandidatin Josephine Ortleb (SPD), der Sprecher des Ortsverbands Saarbrücken-Mitte und Bundestagskandidat Patrick Ginsbach (Bündnis 90/Die Grünen), der Kreisvorsitzende und Bundestagskandidat Roland König (FDP) sowie die Vorsitzende des Ortsverbands Bischmisheim Dr. Christel Weins (CDU).