Vorwort

"Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom" (Albert Einstein)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

Und dennoch stellen wir uns der Herausforderung immer wieder von neuem: der Herausforderung bestehende Vorurteile und Klischees zu hinterfragen zu lassen.

"Die Deutschen sind pünktlich, die Türken gastfreundlich, die Süd- Mittelamerikaner tanzen Salsa und Tango, die Afrikaner trommeln, die Inderinnen tragen Sari, die Asiaten sind weise, ...."

Unendlich vielfältig sind die Bilder in unseren Köpfen: die Bilder über Menschen und Sachverhalte, die uns fremd sind oder fremd anmuten. Es ist unmöglich, sich auf eigener Erfahrung basierende Urteile von der Umwelt zu bilden. Dazu würde ein Menschenleben nicht ausreichen. Wir sind also auf Erfahrungen anderer angewiesen. Die daraus resultierenden Vorstellungen könne positiv, negativ, interessant oder nichtsagend sein. Sie entwickeln sich häufig zu Klischees, die durch Begegnungen der Mitglieder unterschiedlicher Gruppen miteinander durch die konkrete Erfahrung verworfen, korrigiert, gepflegt oder verfestigt werden. Problematisch und gefährlich werden diese Klischees, wenn sie über das Vorurteil zu Diskriminierung von Personen, Gruppen oder gar von Mitgliedern anderer Kulturen führen. Dann entsteht Rassismus.

 

Grußwort der Ministerin

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

es ist mir eine große Freude, dem Verein Ramesch e.V. im Namen der Saarländischen Landesregierung die Glückwünsche zu seinem 20-jährigen Bestehen auszusprechen. 20 Jahre Ramesch heißt Engagement und Kampf gegen Ausländerfeindlichkeit und fremdenfeindliche Erscheinungsbilder, bedeutet Angebote zur Verbesserung der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, steht für bürgerschaftliches und gesellschaftliches Engagement zur Förderung von Toleranz, Respekt sowie friedlichem und partnerschaftlichem Zusammenleben.

Auftaktveranstaltung
Vortrag / Gesprächsrunde
Klischee und Realität
Donnerstag, 14. April 2011, 19.00 Uhr
Landtag des Saarlandes
Franz-Josef-Röder-Straße 7, 66119 Saarbrücken

Mit der Veranstaltungsreihe „Klischee und Realität“ möchte Ramesch e. V. die Vorstellungen und Bilder, die über andere Kulturen und Religionen bestehen, diskutieren. Denn diese bestimmen die gegenseitige Wahrnehmung der Menschen und damit auch das Zusammenleben in Deutschland. Auch wenn Klischees nicht zwingend negativ geprägt sein müssen, ist es wichtig, ihre Entstehung näher zu beleuchten. Klischees können sich über Jahrhunderte verfestigen und dadurch ein Zerrbild einer Gruppe, wie beispielsweise das der Sinti und Roma erzeugen.

Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse mit Stand
Trialog der Kulturen -
Wettbewerb zu europäischer Identität und kulturellem Pluralismus
28. – 31. Mai 2011, täglich 10.00 - 18.00 Uhr, sonntags 10.00 - 17.00 Uhr
Saarbrücker Schloss des Regionalverbands Saarbrücken
Am Schlossplatz 1, 66119 Saarbrücken

Einen Höhepunkt des literarischen Jahres bildet die jährlich stattfindende Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse in Saarbrücken. Sie nimmt in Deutschland einen Sonderstatus ein, denn sie ist einmalig und von grenzenlosem Charme.

Die Messe präsentiert und informiert umfassend über Neuerscheinungen internationaler Verlage sowie über aktuelle und innovative Trends auf dem deutschsprachigen und europäischen Jugendbuchmarkt. Spannend gestaltet sich die Messe für die Besucher durch den direkten Kontakt zu Autoren, Illustratoren und Comiczeichnern. Viele Aktionen laden Groß und Klein ein zum Lesen, Hören, Sehen und Staunen. Impulsateliers geben Erzieher/-innen, Lehrer/-innen und Eltern methodische Tipps und Anregungen für ihre Arbeit.
Da gerade die Kleinsten große Neugier und enormen Wissenshunger mitbringen, bietet die Messe qualitativ hochwertige Bücher speziell für die Arbeit mit Kleinkindern.

Vortrag / Gesprächsrunde
Klischee, Vorurteil und Medien
Auswirkungen auf das Zusammenleben in einer heterogenen Gesellschaft
Donnerstag, 16. Juni 2011, 19.00 Uhr

Saarbrücken Rathaus, Festsaal

Zeitungen und Zeitschriften, Radio- und Fernsehsender beeinflussen auch die Wahrnehmung von anderen Kulturen und Religionen, wobei es oft an einer realistischen und differenzierten Darstellung oder Berichterstattung fehlt. Stattdessen dominieren weitgehend Stereotypen und Klischees die mediale Umsetzung.

In einem Impulsreferat geht Minou Amir-Sehhi, feste-freie Fernsehjournalistin bei der ARD, der Frage nach, welche Rolle die Medien bei der Entstehung und Verfestigung von Klischees haben und welche Auswirkungen diese mit sich bringen.

In einem zweiten Impulsreferat behandelt Wolf B. Emminghaus aus psychologischer Sicht die Entstehung und Aufrechterhaltung von Klischees, Stereotypen und Vorurteilen. Außerdem geht er auf deren Auswirkung auf die sozialen Beziehungen von Personen und Personengruppen untereinander ein und spricht die Diskriminationsprozesse an, die die gesellschaftliche Entwicklung gefährden können.