Grußwort der Ministerin

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

es ist mir eine große Freude, dem Verein Ramesch e.V. im Namen der Saarländischen Landesregierung die Glückwünsche zu seinem 20-jährigen Bestehen auszusprechen. 20 Jahre Ramesch heißt Engagement und Kampf gegen Ausländerfeindlichkeit und fremdenfeindliche Erscheinungsbilder, bedeutet Angebote zur Verbesserung der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, steht für bürgerschaftliches und gesellschaftliches Engagement zur Förderung von Toleranz, Respekt sowie friedlichem und partnerschaftlichem Zusammenleben.

Vorwort

"Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom" (Albert Einstein)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

Und dennoch stellen wir uns der Herausforderung immer wieder von neuem: der Herausforderung bestehende Vorurteile und Klischees zu hinterfragen zu lassen.

"Die Deutschen sind pünktlich, die Türken gastfreundlich, die Süd- Mittelamerikaner tanzen Salsa und Tango, die Afrikaner trommeln, die Inderinnen tragen Sari, die Asiaten sind weise, ...."

Unendlich vielfältig sind die Bilder in unseren Köpfen: die Bilder über Menschen und Sachverhalte, die uns fremd sind oder fremd anmuten. Es ist unmöglich, sich auf eigener Erfahrung basierende Urteile von der Umwelt zu bilden. Dazu würde ein Menschenleben nicht ausreichen. Wir sind also auf Erfahrungen anderer angewiesen. Die daraus resultierenden Vorstellungen könne positiv, negativ, interessant oder nichtsagend sein. Sie entwickeln sich häufig zu Klischees, die durch Begegnungen der Mitglieder unterschiedlicher Gruppen miteinander durch die konkrete Erfahrung verworfen, korrigiert, gepflegt oder verfestigt werden. Problematisch und gefährlich werden diese Klischees, wenn sie über das Vorurteil zu Diskriminierung von Personen, Gruppen oder gar von Mitgliedern anderer Kulturen führen. Dann entsteht Rassismus.

Jubiläumsfeier
20 Jahre Ramesch
Konzert „Sinti Swing Jazz“ Romeo Franz & Ensemble
Donnerstag, 17. Nov. 2011, 18.00 Uhr,
VHS-Zentrum, Regionalverband Saarbrücken
Am Schlossplatz 2,
66119 Saarbrücken

 
Unglaublich aber wahr! 20 Jahre sind vergangen! Längst volljährig, erwachsen und reif ist unser Verein.
Seit 1991 leistet der Verein Ramesch mit zahlreichen kulturellen Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Lesungen und integrativen Projekten im ganzen Saarland einen Beitrag zur Völkerverständigung und zum friedlichen Zusammenleben der Menschen.

Innerhalb dieser Jahre haben wir neben Beratung zu den Themen Migration, Antirassismus und interreligiösen Fragen auch Präventionsarbeit und interkulturelle Sensibilisierung in Kindergärten und Schulen angeboten, wobei auch immer die Eltern mit einbezogen wurden.

Während der vergangenen Jahre konnten wir mit unterschiedlichen Einrichtungen und Kooperationspartnern viele unserer Ziele umsetzen. Dabei entstanden auch neue Netzwerke, Arbeitsgruppen und Arbeitskreise im Rahmen unserer interkulturellen Arbeit.

Kabarett
„Alles wird gut“ mit Alparslan Marx
Freitag, 30. September 2011, 20.00 Uhr
Theater „Blauer Hirsch“, Saargemünder Straße 11, 66119 Saarbrücken

Alparslan Marx fragt sich in seinem ersten Kabarettprogramm, warum die Integration in Deutschland nicht funktioniert. Mit seiner Kunstfigur „Der Integrator“ teilt Alparslan Marx mit viel Humor und Selbstironie nach allen Seiten aus. Er verdeutlicht uns wie festgefahren unsere Denkweise, geprägt von Schlagzeilen und Vorurteilen, ist. Dabei spielt er mit den Klischees: Er war ein Gastarbeiterkind, er war Ausländer, stieg zu einem ausländischen Mitbürger auf und schaffte es sogar bis zu einem Deutschen mit Migrationshintergrund. Und dennoch sei er immer noch nicht integriert genug. Dabei macht er selbst einen Vorschlag, indem er den Start der D-Länder-Kampagne fordert, die einen gemeinsamen Namen für alle Bewohner Deutschlands sucht, als Grundstein für ein friedliches Miteinander.

Film / Gesprächsrunde
Evet, ich will!
(Deutschland, 2008) von Sinan Akkuş
Mittwoch, 07. September 2011, 19.00 Uhr
Filmhaus Saarbrücken, Mainzer Straße 8, 66111 Saarbrücken

Der Türke Emrah will heiraten. Das Problem: seine Auserwählte ist deutsch – und ein Mann! Doch er hat nicht alleine mit Hindernissen in Herzensangelegenheiten zu kämpfen. Drei weitere Paare ringen in Berlin um ihre Liebe. Sie alle müssen erschwerte multikulturell-familiäre Umstände überwinden.

Der sunnitische Kurde Coskun liebt die türkische Alevitin Günay. Während sie in ihrer Radioshow anderen Paaren zum großen Glück verhelfen, ist ihre eigene Verbindung unerwünscht. Die konservative Verwandtschaft ist gegen ihre Hochzeit. Auch der Deutsche Dirk möchte seine türkische Freundin Özlem vor den Traualtar führen. Doch während Dirks liberale Öko-Eltern allgemein nicht viel vom Heiraten halten, fordert Özlems Familie Dirk auf, zum Islam zu konvertieren: sie akzeptieren nur einen beschnittenen Moslem als Schwiegersohn.

Vortrag / Gesprächsrunde
Vom Vorurteil zur Realität:
Islam – Muslime – Deutschland
Donnerstag, 01. September 2011, 18.00 Uhr
Fachhochschule für Verwaltung des Saarlandes
Beethovenstraße 26, 66125 Saarbrücken

Wenn Kulturen, Religionen und die Herkunft von Menschen nur selektiv wahrgenommen werden, entsteht eine einseitige Sicht, die keinen Raum für andere Beobachtungen lässt. Entwickelt sich eine solche Sichtweise besteht die Gefahr, dass sich Klischees gegenüber bestimmten Personengruppen in Vorurteile verwandeln und als Folge Diskriminierung oder sogar Rassismus auslösen können.

In der aktuellen Debatte geraten der Islam und Muslime in den Fokus solcher negativ geprägten Haltungen. Pauschal werden ihnen zunehmend engstirniges Denken, Fanatismus und Gewalttätigkeit unterstellt und dies als allgemein gültig in der islamischen Welt angenommen.

Vortrag / Gesprächsrunde
Klischee, Vorurteil und Medien
Auswirkungen auf das Zusammenleben in einer heterogenen Gesellschaft
Donnerstag, 16. Juni 2011, 19.00 Uhr

Saarbrücken Rathaus, Festsaal

Zeitungen und Zeitschriften, Radio- und Fernsehsender beeinflussen auch die Wahrnehmung von anderen Kulturen und Religionen, wobei es oft an einer realistischen und differenzierten Darstellung oder Berichterstattung fehlt. Stattdessen dominieren weitgehend Stereotypen und Klischees die mediale Umsetzung.

In einem Impulsreferat geht Minou Amir-Sehhi, feste-freie Fernsehjournalistin bei der ARD, der Frage nach, welche Rolle die Medien bei der Entstehung und Verfestigung von Klischees haben und welche Auswirkungen diese mit sich bringen.

In einem zweiten Impulsreferat behandelt Wolf B. Emminghaus aus psychologischer Sicht die Entstehung und Aufrechterhaltung von Klischees, Stereotypen und Vorurteilen. Außerdem geht er auf deren Auswirkung auf die sozialen Beziehungen von Personen und Personengruppen untereinander ein und spricht die Diskriminationsprozesse an, die die gesellschaftliche Entwicklung gefährden können.

Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse mit Stand
Trialog der Kulturen -
Wettbewerb zu europäischer Identität und kulturellem Pluralismus
28. – 31. Mai 2011, täglich 10.00 - 18.00 Uhr, sonntags 10.00 - 17.00 Uhr
Saarbrücker Schloss des Regionalverbands Saarbrücken
Am Schlossplatz 1, 66119 Saarbrücken

Einen Höhepunkt des literarischen Jahres bildet die jährlich stattfindende Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse in Saarbrücken. Sie nimmt in Deutschland einen Sonderstatus ein, denn sie ist einmalig und von grenzenlosem Charme.

Die Messe präsentiert und informiert umfassend über Neuerscheinungen internationaler Verlage sowie über aktuelle und innovative Trends auf dem deutschsprachigen und europäischen Jugendbuchmarkt. Spannend gestaltet sich die Messe für die Besucher durch den direkten Kontakt zu Autoren, Illustratoren und Comiczeichnern. Viele Aktionen laden Groß und Klein ein zum Lesen, Hören, Sehen und Staunen. Impulsateliers geben Erzieher/-innen, Lehrer/-innen und Eltern methodische Tipps und Anregungen für ihre Arbeit.
Da gerade die Kleinsten große Neugier und enormen Wissenshunger mitbringen, bietet die Messe qualitativ hochwertige Bücher speziell für die Arbeit mit Kleinkindern.

Auftaktveranstaltung
Vortrag / Gesprächsrunde
Klischee und Realität
Donnerstag, 14. April 2011, 19.00 Uhr
Landtag des Saarlandes
Franz-Josef-Röder-Straße 7, 66119 Saarbrücken

Mit der Veranstaltungsreihe „Klischee und Realität“ möchte Ramesch e. V. die Vorstellungen und Bilder, die über andere Kulturen und Religionen bestehen, diskutieren. Denn diese bestimmen die gegenseitige Wahrnehmung der Menschen und damit auch das Zusammenleben in Deutschland. Auch wenn Klischees nicht zwingend negativ geprägt sein müssen, ist es wichtig, ihre Entstehung näher zu beleuchten. Klischees können sich über Jahrhunderte verfestigen und dadurch ein Zerrbild einer Gruppe, wie beispielsweise das der Sinti und Roma erzeugen.

Grußwort der Minister

Bei nahezu 17 Prozent der saarländischen Bevölkerung liegen die Wurzeln ihrer Herkunft in anderen Ländern und Kontinenten.

Obwohl viele von ihnen in unserer Gesellschaft integriert sind, gibt es aber immer noch gesellschaftliche Bereiche, in denen ihre Teilhabe- und Teilnahmemöglichkeiten nicht im erforderlichen Umfang gewährleistet sind. Dies gilt insbesondere für den Zugang zur Gesundheitsversorgung. Neben sprachlichen Problemen sind es oft kulturell und sozialisationsbedingte Unterschiede, die dies erschweren.

Neuere bundesweite Studien belegen dies. Insbesondere Angebote der Prävention und der Gesundheitsförderung werden immer noch seltener von Menschen mit Migrationshintergrund in Anspruch genommen als von denen ohne Migrationshintergrund.

Laut eines Berichtes des Robert Koch Institutes zur Migration und Gesundheit aus dem Jahr 2008 können Menschen mit Migrationshintergrund durch die Umstände ihrer Migration und ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen einen schlechteren Gesundheitszustand aufweisen, jedoch weisen sie nicht mehr Krankheiten auf als Menschen ohne Migrationshintergrund.